Leipzig Städtereise – 18 Gründe, die einen Leipzig Kurztrip unverzichtbar machen | Reiseblog Urban Meanderer
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Die Bach-Statue an der Thomaskirche wird dir bei deiner Leipzig Städtereise mit hoher Wahrscheinlichkeit begegnen.

Leipzig Städtereise – 18 Gründe, die einen Leipzig Kurztrip unverzichtbar machen

Bisher bin ich in meinem Leben dreimal nach Leipzig gereist.

 

Bei meiner ersten Leipzig Städtereise besuchte ich die Stadt für einen Tag im Oktober 2010. Ich schlenderte mit meiner Familie durch die Innenstadt und kaufte mir u. a. Boxershorts von Puma. Wow.

 

Allgemein war ich damals sehr begeistert von Leipzigs Stadtbild, das von der teils angeranzten Edel-Bausubstanz vom Prädikat „schön“ auf „besonders und schön“ hochgehievt wurde.

 

Meinen zweiten Leipzig Kurztrip machte ich im Sommer 2017. Ich befand ich mich auf Wohnungssuche in Sachsens größter Stadt. Was war passiert? Nun ja, meine Freundin hatte sich für einen Studienplatz in Leipzig entschieden. Da ich mit ihrer Stadtwahl glücklich war, schloss ich mich ihrem Umsiedlungswunsch an.

 

Und so kam es, dass wir an diesem warmen Augusttag unter blauestem Himmel – nach 400 Kilometern Anreise – exakt eine Wohnung besichtigten. Wir hatten Glück, denn a) fanden wir Leipzig auffällig schön und b) durften wir knapp zwei Monate später in genau diese eine von uns besichtigte Wohnung einziehen.

 

Ende September 2017 reiste ich also mit Sack und Pack ein drittes Mal nach Leipzig.

 

Seit dieser dritten Anreise und damit seit ein paar Wochen habe ich das Glück, Leipzig rund um die Uhr erleben zu können. Mein bisheriger Gefühlsstatus der Stadt gegenüber: Ich liebe Leipzig. Meiner Meinung nach dürften andere Städteliebhaber nur schwer zu einer anderen Ansicht gelangen.

 

Leipzig bietet u. a. edelste Villen, vornehme Einkaufspassagen, großzügig bepflanzte Parkanlagen, trostlose Plattenbausiedlungen, erstklassig sanierte wie auch schaurig-schön heruntergekommene Gründerzeit-Mietkasernen, rumpelnde Straßenbahnwaggons, Gegenden mit internationalem Flair, riesige und brachliegende Industrieanlagen, eine an allen Ecken spürbare und wechselhafte Stadtgeschichte und einen Dialekt mit unnachahmlichen Lauten…

 

Du kannst den schönsten Sommertag unter blauem Himmel in der Stadt verbringen. Genauso findest du bei einem Herbstspaziergang die perfekt zwielichtigen Großstadtgassen, in denen du auf jeden Fall deinen seit Jahren in Planung befindlichen Old-School-Detektivroman ansiedeln wirst.

 

Da meine Eindrücke frisch sind, ähneln sie noch denen eines Touristen. Ehe ich also völlig abgestumpft bin, was Leipzigs Besonderheiten anbelangt, folgt hier meine Auflistung von 18 Gründen für einen Städtetrip nach Leipzig:

 

 

1. Eine der schönsten Innenstädte Deutschlands

 

Die Felix Mendelssohn Bartholdy Statue nahe der Thomaskirche begegnet dir, wenn du deine Leipzig Städtereise aus westlicher Richtung beginnst.

Felix Mendelssohn Bartholdy hat sich dieses nette Plätzchen nahe der Thomaskirche nicht umsonst ausgesucht

 

 

In kaum einer anderen deutschen Stadt wirst du durch eine so abwechslungsreiche Innenstadt spazieren können. Leipzigs Einkaufs- und Fußgängerzone im Stadtzentrum glänzt mit verwinkelten Passagen und unzähligen Geschäften, die kaum einen Einkaufswunsch unerfüllt lassen.

 

In einer der Passagen, der Mädlerpassage, kannst du zudem auf Goethes Spuren wandeln. Dieser ließ eine Szene seines Werkes Faust im dort ansässigen Gasthaus Auerbachs Keller spielen. Abgesehen davon war er während seiner Studienzeit in Leipzig von 1765-1768 häufig Gast in Auerbachs Keller.

 

Nach erfolgreicher Erkundung der Innenstadt, kannst du dich im Café Zum Arabischen Coffe-Baum entspannen. Hier befindest du dich auf historischem Parkett: Das Café zählt zu den ältesten, noch in Betrieb befindlichen Exemplaren seiner Art. Kaffee floss hier bereits 1711 in Strömen.

 

Schon Komponisten wie Schumann, Bach, Mahler, Liszt und Wagner schlürften in diesen heiligen Kaffee-Hallen das allseits beliebte braune Aufputschmittel. Auch Goethe und Napoléon Bonaparte gaben sich hier dem Koffeinrausch hin.

 

 

2. Die alte Bausubstanz bzw. der tolle Architekturmix

 

Bei einer Leipzig Städtereise solltest du möglichst Zeit finden, durch eines der Gründerzeitviertel zu gehen.

Schicke Fassaden wie diese können dir u. a. im Musikviertel begegnen

 

 

Sehr viele Gebäude in Leipzig sind schön. Einige wenige Bauwerke fallen in die Kategorie „hässliches Entlein“. Letztere liefern jedoch in ihrer Missratenheit zumeist so viel Charakter, dass auch sie interessant erscheinen.

 

Mit Figuren verzierte Häuserfassaden der Bürgerzeithäuser stehen in Kontrast zu den Plattenbauten aus DDR-Zeiten. Aber selbst an deren oftmals mit Spießergardinen verzierten Plattenbauten-Fenstern werde ich mich niemals satt sehen können.

 

Besonders reizvoll ist der Architekturmix, der dir bei einer Leipzig Städtereise begegnet. Auf Gründerzeithaus folgt Plattenbau folgt Industrieruine...

Ein Plattenbau mit Blick auf die Lukaskirche

 

 

Fakt ist: Leipzig lädt mit seinem Reichtum an Bauwerken aus allen möglichen Epochen dazu ein, sich in vergangene Episoden der Stadtgeschichte einzudenken. Versetz dich in die DDR-Zeit: Welche Nachbarn in dieser Straße bespitzelten sich? Oder lass dir vom überdimensioniert wirkenden Hauptbahnhof den Gedanken an die Zeit wecken, in der Leipzig auf dem Weg zur Millionenstadt war.

 

Du bist scharf auf Beispiele für die edle alte Bausubstanz? Mach dich am besten auf einen Streifzug durch das Waldstraßenviertel, das größte noch erhaltene Gründerzeitviertel. Verpass es dabei nicht, einen Blick in die wunderschön gefliesten, weitläufigen Häuserflure mit Stuckwänden zu werfen.

 

Sollte dieser Spaziergang durch das Waldstraßenviertel deinen Hunger auf Gründerzeitarchitektur angefacht haben, dann verbringe doch ein wenig Zeit in den Stadtteilen Neustadt und Volkmarsdorf.

 

Dort erwarten dich nördlich der Eisenbahnstraße (siehe auch Punkt 9) unzählige Gründerzeit-Mietkasernen für Arbeiter. Einige von ihnen müssen von kundigen Restauratoren noch wachgeküsst werden. Die Mischung aus vielen erstklassig sanierten sowie einigen verfallenen Häusern, Graffiti und einem interessanten Bevölkerungsmix gibt dem Viertel eine einzigartige Atmosphäre.

 

Hier siehst du die Heilig-Kreuz-Kirche mit ein einem verfallenen und einem sanierten Gründerzeithaus. Das spannende Gesamtbild findest du nördlich der Leipziger Eisenbahnstraße.

Verfall + Streetart + sanierte Gründerzeithäuser + Heilig-Kreuz-Kirche = gut

 

 

Nicht unerwähnt bleiben dürfen selbstverständlich gigantische und schöne Prachtbauten wie das Neue Rathaus oder das Bundesverwaltungsgericht, von denen aus du schnell die architektonisch ebenfalls nicht zu verachtende Südvorstadt erreichen kannst.

 

Weitere Bauwerke von Interesse: Altes Rathaus, Gohliser Schlösschen, Völkerschlachtdenkmal, City-Hochhaus bzw. Uniriese oder MDR-Tower, Kirchen (u. a. Thomaskirche, Nikolaikirche, Heilig-Kreuz-Kirche, Lukaskirche, Peterskirche, Russische Gedächtniskirche) und der Hauptbahnhof.

 

 

3. Übermaß an atmosphärischen Lost Places

 

Leipzig ist reich an Lost Places, die du dir bei einem Leipzig Kurztrip nicht entgehen lassen solltest.

Das Café auf Zeit hat seinem Name alle Ehre gemacht

 

 

Industrieruinen, verfallene Bürgerzeitvillen, alte und verwitternde Ladenfronten zwischen in alten Glanz zurück-sanierten Häusern… Leipzig ist reich an spannendsten Lost Places, die beachtet werden wollen.

 

Folge am besten diesem Link für eine Liste von Leipziger Gebäuden, deren Glanztage nur auf den ersten Blick vorüber zu sein scheinen.

 

 

4. Stadt der klassischen Musik

 

Dieser geigende Engel an der Mendelssohn Bartholdy Statue nahe der Thomaskirche symbolisiert Leipzigs Status als Musikstadt.

Dieser geigende Engel an der Mendelssohn Bartholdy Statue symbolisiert Leipzigs Status als Musikstadt

 

 

Seit Gründung des Thomanerchores im Jahr 1212 lebten und arbeiteten zahlreiche weltberühmte Komponisten in Leipzig. Die Stadt lieferte mit renommierten Musikverlagen, Firmen für Musikinstrumentenbau und einem hervorragenden Konservatorium den perfekten Nährboden für die Bedürfnisse von Musikern.

 

Die erste musikalische Hochphase erlebte Leipzig im Barock. Die vermutlich bekanntesten Werke aus der damaligen Zeit stammen von Johann Sebastian Bach.

 

Die zweite Phase, in der Leipzig zum Nabel der musikalischen Welt wurde, begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Keine Geringeren als u. a. Edvard Grieg, Richard Wagner, Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy schufen während dieser Phase in Leipzig Werke, die bis heute Gehör finden.

 

Falls du Interesse daran hast, auf den Spuren der Musikgötter zu wandeln: Die Leipziger Notenspur verbindet auf 5,3 Kilometern Länge entlang an 23 Stationen die Wohn- und Schaffensorte berühmter Leipziger Komponisten.

 

 

5. Stadt der Bücher

 

Hier siehst du eines der Antiquariate in der Ritterstraße. Nicht nur hier wird dir bei deiner Leipzig Städtereise der Status der Stadt als deutsche Buchhauptstadt auf.

Eines der Antiquariate in der Ritterstraße

 

 

Nicht nur für Liebhaber Klassischer Musik ist Leipzig ein wahres Mekka. Auch für Vielleser ist die Stadt eine der Hauptanlaufstellen in Deutschland.

 

Nur einige der Gründe? In Leipzig steht die Deutsche Nationalbibliothek, der Börsenverein der deutschen Buchhändler wurde hier gegründet, die Stadt ist ein historisches Zentrum des Buchdrucks mit ansässigen Verlagen wie Reclam oder Brockhaus, „Leipzig liest“ ist Europas größtes Lesefest und die Leipziger Buchmesse zieht die Massen an.

 

Das alles sind Fakten, die Leipzig die häufige Bezeichnung als Deutsche Buchhauptstadt eingebracht haben. Eines der Wahrzeichen der Stadt, das City-Hochhaus, soll übrigens ein geöffnetes Buch nachstellen.

 

 

6. Die alten, in Kurven quietschenden Straßenbahnen

 

Die Straßenbahn ist ein praktisches Verkehrsmittel, um bei deiner Leipzig Städtereise zwischen den Leipzig Sehenswürdigkeiten zu pendeln.

Straßenbahn auf dem Weg nach Stötteritz

 

 

Vielleicht wirst du es nachvollziehen können, womöglich hältst du mich für verrückt: Für mich geht wenig über den Charme der alten Leipziger Straßenbahnwagons. Ich stehe auf dieses gelb-blaue Farbmuster, das ebenso gut zu einer alten Keksdose passen würde.

 

Leider sind reichlich moderne Straßenbahnwagen auf Leipzigs Straßen unterwegs. Jedes Mal, wenn ich eine Bahn heranrumpeln höre, frage ich mich, ob ich einen der charmanten alten Waggons oder eine der moderneren Versionen sehen werde.

 

Ein großartiges Stadtgefühl kommt bei mir zudem auf, wenn die Oberleitungen der Straßenbahnen bei Dunkelheit Funken schlagen. Vor der Kulisse der verwinkelten Straßen mit den teils angeranzten Gründerzeithäusern ist das großes Kino.

 

 

7. Der riesige Leipziger Hauptbahnhof

 

Die wuchtige Front des Leipziger Hauptbahnhofes macht vorstellbar, dass dieser Bahnhof der größte Kopfbahnhof Europas ist. Für viele wird er zudem der Startpunkt des Leipzig Kurztrip sein.

Die wuchtige Front des Leipziger Hauptbahnhofes

 

 

Der Leipziger Hauptbahnhof ist flächenmäßig der größte Kopfbahnhof Europas. Dieser Rekord wird dich vermutlich wenig verwundern, wenn du vom vorgelagerten Willy-Brandt-Platz einen Blick auf die fast 300 Meter breite Fassade wirfst.

 

Die fast monumentalen Eingangshallen in Kombination mit dem Gewusel der täglich etwa 120.000 Bahnreisenden wecken Fernweh. Zugleich ist das gesamte von 1909 bis 1915 erbaute Bahnhofsareal ein gefundenes Fressen für Bahnromantiker.

 

Nicht ganz unerwähnt bleiben soll hier, dass der Bahnhof gleichzeitig eine Einkaufspassage ist, die kaum Wünsche unerfüllt lässt.

 

 

8. Das Gefühl, in einer boomenden, wachsenden Stadt zu sein

 

Im März 2017 bot Sachsens größte Stadt rund 580.000 Einwohnern ein Zuhause. Leipzigs bisheriger Rekord hinsichtlich der Einwohnerzahl lag bei den etwa 700.000 Menschen, welche die Messestadt 1930 zur viertgrößten Stadt Deutschlands machten. Der historische Tiefstand wurde Mitte der 1990er Jahre mit etwa 440.000 Einwohnern erreicht.

 

Doch die Zeiten des Einwohnerschwunds sind vorbei. Seit mehreren Jahren schon darf sich Leipzig als Deutschlands am stärksten wachsende Stadt bezeichnen.

 

Dieser berechtigte „Boom“ in Kombination mit meinem Eindruck, dass Leipzig im westlichen Deutschland noch immer ein Hauch von Geheimtipp ist, macht für mich einen großen Teil des Reizes der Stadt aus.

 

Auf Zeiten von Bevölkerungsschwund, Luft- und Gewässerverschmutzung, Verfall der Häuser, die in Nachwende-Dokus wie „Ist Leipzig noch zu retten?“ mündeten, befindet sich die Stadt wieder im rasanten Aufschwung.

 

Und wer mag keine Wie-Phoenix-aus-der-Asche-Geschichten?

 

 

9. Angenehme Fülle und Größe mit allen Vorzügen einer Großstadt

 

Trotz des hohen Einwohnerzuwachses stehen noch immer eine große Menge von Wohnungen leer. Diese Leere bekommst du auf positive Weise bei deinen Streifzügen über die angenehm gefüllten (und selten metropolentypisch überfüllten) Straßen zu spüren.

 

Gleichzeitig genießt du in Leipzig alle Vorteile einer bedeutsamen Großstadt. Infrastruktur und Kulturangebot von hohem Niveau sind zweifellos vorhanden und oftmals sehr touristenfreundlich fußläufig zu erreichen. Das Ergebnis ist ein gesünderes und lebenswerteres Maß an Großstadtflair als so manch eine Millionenmetropole zu bieten hat.

 

 

10. Die Eisenbahnstraße und das angrenzende Gründerzeitviertel

 

Halloumi und Foul im Bistro Syrien an der Eisenbahnstraße sind mehr als empfehlenswert und machen die Leipzig Städtereise auch kulinarisch besonders.

Halloumi und Foul im Bistro Syrien an der Eisenbahnstraße sind mehr als empfehlenswert

 

 

Die Eisenbahnstraße… Deutschlands – laut Pro7-Spitzennachrichtenmagazin taff – „gefährlichste Straße“ bringt internationales Flair nach Leipzig.

 

Drogendeals, illegales Glücksspiel, Vandalismus und Bandenkriminalität finden sich im Dunstkreis der Eisenbahnstraße. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Die damit einhergehenden Verbrechen sind jedoch weitgehend milieubezogen und daher für Außenstehende keine Gefahr, die deutlich über ein normales Großstadtniveau hinausreicht.

 

Für mich überwiegen die Vorzüge der Eisenbahnstraße und des nördlich gelegenen Gründerzeitviertels (siehe Punkt 2), die du dir nicht entgehen lassen solltest. Internationale Großstadtatmosphäre, köstliches Essen an allen Ecken und Enden, Ausgehmöglichkeiten, Kreativität und alternative Lebensformen ergeben eine für mich besonders spannende Ecke Leipzigs.

 

Für den ein oder anderen scheinen dies heutzutage allerdings eher Negativaspekte zu sein. So manch ein alteingesessener Leipziger Bürger ist nie in seinem Leben an einer der vier Straßenbahnhaltestellen entlang der Eisenbahnstraße ausgestiegen. Selber schuld.

 

 

11. Viel Grün (Parks, Auwald) und Blau (Flüsse und Seen)

 

Leipzig glänzt mit zahlreichen Parks, Flüssen und Seen im Stadtgebiet.

Statue der Namensgeberin im Clara-Zetkin-Park

 

 

Schon bei meinem ersten Besuch in der Stadt war mir aufgefallen, dass Leipzig seinen Bewohnern dutzende grüne Lungen bietet. Große Parks, kleine Parks, Flüsschen und Flüsse, Teiche, Seen – nahezu alles, was eine Stadt seinen Bürgern zur Naherholung zur Verfügung stellen kann, bietet Leipzig im Übermaß.

 

Die große Anzahl von Seen und Flüssen hat der Stadt nicht zu Unrecht das Attribut Wasserstadt eingebracht.

 

Übrigens fällt in Leipzig verhältnismäßig wenig Wasser vom Himmel. Ein Teil der Stadt wird vom Harzer Regenschatten beeinflusst. Die Folge ist, dass es in Leipzig im Vergleich zu vielen anderen deutschen Großstädten seltener regnet.

 

 

12. Eingangstor zu den Besonderheiten im Osten Deutschlands

 

Einen Trabbi hatte ich in Osnabrück noch nie vor der Haustür stehen. In Leipzig sind es manchmal gleich zwei.

Einen Trabbi hatte ich in Osnabrück noch nie vor der Haustür stehen

 

 

Die mittlerweile nicht mehr ganz so neuen Bundesländer glänzen mit Besonderheiten wie dem Ost-Ampelmännchen, Plattenbauten und dem Rechtsabbiegerpfeil.

 

Auch an kulinarischem Kulturgut ist die Region reich. Bisher über den Weg gelaufen sind mir persönlich Bautz’ner Senf (bitte scharf), Thüringer Rostbratwurst, Sächsischer Leberkäse, preiswerte Biersorten wie Sternburg, Sachsengold und Feldschlösschen, Halloren-Kugeln, Leipziger Lerchen und Leipziger Allerlei.

 

Mit all dem solltest du dich am besten im nächstgelegenen Konsum eindecken.

 

 

13. Vielfältiges Museumsangebot

 

Leipzig ist reich an Museen. Hier siehst du das Museum in der runden Ecke. In diesem Gebäude befand sich früher die Stasti-Zentrale.

Das Museum in der runden Ecke befindet sich in der ehemaligen Stasi-Zentrale

 

 

Geschmäcker sind verschieden. Was soll ich also noch viele Worte verlieren. Hier folgt die Auflistung einiger der beliebtesten Museen in Leipzig:

 

 

  • Museum im Stasi-Bunker

 

  • Museum in der runden Ecke (Da der Name nicht für sich spricht: In diesem ehemaligen Hauptquartier der Stasi wird die DDR-Zeit und die Überwachung durch die Stasi thematisiert.)

 

  • Stadtgeschichtliches Museum

 

  • Bach-Museum

 

  • Mendelssohn-Haus

 

  • Museum der bildenden Künste

 

  • Grassimuseum

 

  • Panometer Leipzig

 

  • Zeitgeschichtliches Forum

 

 

14. Sportstadt Leipzig

 

Die Leipziger Sportvereine vertreten die Stadt in etwa 70 Sportarten. Herausragend ist hier der Fußballverein RB Leipzig mit seiner Vizemeisterschaft in der Saison 2016/2017. Noch häufigere Erfolge konnte die Damenmannschaft des Handball-Club Leipzig mit mehreren gewonnenen deutschen Meisterschaften feiern.

 

Für alle Fußballbegeisterten ist es interessant zu wissen, dass dir Leipzig Live-Fußball auf verschiedenen Niveaustufen bietet:

 

Mit RB Leipzig kannst du im Zentralstadion bzw. der Red Bull Arena Bundesligafußball auf hohem Niveau (Stand 2017) bewundern. (Das Zentralstadion war 2006 übrigens eines der WM-Stadien.)

 

Lokomotive Leipzig wiederum trägt seine Heimspiele im Bruno-Plache-Stadion aus. Hier wird dir Regionalligafußball serviert. Das gleiche Niveau bietet dir die BSG Chemie Leipzig (früher Sachsen Leipzig). Diese Mannschaft bolzt im Alfred-Kunze-Sportpark.

 

Interessanter Fakt: 2003 wurde Leipzig übrigens zur Deutschen Bewerberstadt für die Olympiade 2012 ernannt. Die Stadt wurde jedoch von der IOC nicht auf die endgültige Kandidatenliste aufgenommen. Der damalige IOC-Präsident Rogge bezeichnete Leipzig als „definitiv“ zu klein.

 

All dies und noch viel mehr hat Leipzig das Attribut Sportstadt eingebracht.

 

 

15. Reichtum an historisch bedeutsamen Stätten

 

Als Beispiel für einen historisch bedeutsamen Wandel, der von Leipzig ausging, sei die Friedliche Revolution genannt.

 

So fanden ab 1982 in der Leipziger Nikolaikirche Friedensgebete statt. Bis 1988 stiegen die Zahlen der Teilnehmer im Zuge der sich hochschaukelnden politischen Debatte. Nach den eigentlichen Friedensgebeten versammelten sich zahlreiche der Teilnehmer auf dem Kirchhof der Nikolaikirche.

 

Um die Nikolaikirche herum konnte also das Klima gedeihen, das 1989 zum Mauerfall und schließlich zur Wiedervereinigung Deutschlands führte.

 

Die Nikolaikirche ist natürlich nicht die einzige historische Stätte von großer Bedeutung. Der Klumpen von Völkerschlachtdenkmal z. B. steht schließlich auch nicht grundlos in Leipzig. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Das Völkerschlachtdenkmal ist eines der Wahrzeichen von Leipzig und sollte daher bei einer Leipzig Städtereise möglichst angesteuert werden.

Das Völkerschlachtdenkmal unter blauem Himmel

 

 

16. Feinste Flohmärkte

 

Ich persönlich bin nicht der große Flohmarktexperte. Ein Bekannter eines Bekannten eines Bekannten behauptete aber angeblich, dass Leipzigs Flohmärkte großartig seien.

 

Diese Website scheint eine ähnliche Meinung zu vertreten und informiert dich sehr genau über Leipzigs Flohmarktszene. Auch ich werde demnächst auf diesen Flohmärkten versuchen, unkaputtbare Qualitätsware aus den Volkseigenen Betrieben und eine Uhr aus Glashütte aufzustöbern.

 

 

17. Vielfältige Partyszene, um deinen Leipzig Kurztrip ausklingen zu lassen

 

Leipzig bietet ranzige wie auch hippe Eckkneipen und inoffiziell stattfindende Partys in nicht immer geöffneten Ladenlokalen oder Wohnungen, gelackte Bars und das ganze oft sogar zu sehr humanen Preisen. Einem netten Abend wird Leipzig nicht im Wege stehen.

 

Irgendwann werde vielleicht auch ich eine Eckkneipe eröffnen, die nebenbei asiatische Küche anbietet. Wokuhila wird sie heißen.

 

Sehr witzig. Ich weiß.

 

Leipzigs Partyszene bietet für jeden Geschmack etwas. Das ist gut, denn so kannst du deine Leipzig Städtereise in guter Stimmung ausklingen lassen.

Dörings Gemüse Eck‘ an der Eisenbahnstraße ist nicht mehr. Es muss eine Eckkneipe her!

 

 

18. Günstiges Pflaster

 

Die Mieten und Lebenshaltungskosten in Leipzig sind im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten und Metropolen eher günstig. Dafür wird dir viel geboten, wie dir die 17 vorausgegangenen Punkte dieses Artikels hoffentlich zeigen.

 

Leipzigs angenehmes Preisniveau wirst du vermutlich als erstes bei deiner Unterkunftssuche bemerken. Falls du ein noch größeres Schnäppchen machen möchtest und noch nie über Airbnb eine Unterkunft gebucht haben solltest, dann kann ich dir mit folgendem Link 35 Euro Startguthaben für deine erste Unterkunftsbuchung auf dem Portal verschaffen.

 

Wenn du dann auch noch einen besonders günstigen Zug über diesen Sparpreisfinder auf Bahn.de findest, was hält dich dann noch von einem Kurztrip nach Leipzig ab?

 

 

Musik, Bücher, Sport, Party, Architektur, Geschichte, Shopping… Ich hoffe, es waren einige Anregungen für deinen eindeutig unumgänglichen Leipzig Städtetrip dabei.

 

Du weißt also, was zu tun ist. Aber was mache ich jetzt bloß? Esse ich beim Syrer an der Eisenbahnstraße eine Köstlichkeit? Oder gehe ich in die Küche, fluppe mir ein oder zwei Bockwürste aus dem Glas und tunke sie in Bautz‘ner Senf?

 

Wie auch immer.

 

Tschüssie.

 

 

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Leipzig ist eine der schönsten Städte Deutschlands. Du suchst trotzdem noch nach Gründen und Anregungen für einen Leipzig Kurztrip? Dann lass dich von diesem Artikel überzeugen!

18 Gründe, die einen Kurztrip nach Leipzig unverzichtbar machen

4 Kommentare
  • Hi,
    hab Deinen Post und Deinen Blog gerade via Pinterest gefunden. Na, denn: herzlich willkommen in einer der coolsten Städte Deutschlands ;-).

    VG Anja

    23. November 2017 at 21:14
  • Caleb
    Antworten

    Hallo. Ich bin in Leipzig (genauer gesagt Markranstädt) aufgewachsen, musste aber 2014 leider wieder in die Vereinigten Staaten zurück, wo ich geboren wurde. Ich kann es kaum erwarten mal wieder Leipzig zu besuchen. Ich hab das Gefühl das es da noch einiges zu entdecken gibt! Macht Spass, deine Blog posts über Leipzig zu lesen!

    14. Februar 2018 at 8:43

Über Kommentare freue ich mich!