Die 22 genialsten Hamburg Insider Tipps abseits der Touristenmassen | Reiseblog Urban Meanderer
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Unter den Hamburg Insider Tipps ist das Falkensteiner Ufer mit den zwei dort sichtbaren Schiffswracks das absolute Highlight.

Die 22 genialsten Hamburg Insider Tipps abseits der Touristenmassen

Eines ist Hamburg für mich definitiv nicht: die „schönste“ Stadt Deutschlands. Worauf ich mich aber gerne einlasse, ist folgende Aussage: Hamburg ist an vielen Ecken eine schöne Stadt und – für Reisezwecke – meine Lieblingsstadt in Deutschland. Woran das liegt?

 

Manch einer mag behaupten, Hamburg röche nach Fisch. Für mich riecht Hamburg vor allem nach der großen weiten Welt – zugegebenermaßen mit einer leichten Fischnote im Hintergrund. Die riesigen Pötte, die durch die Elbe in alle Welt aufbrechen, lösen zumindest bei mir eine dauernde Fernwehstimmung aus. Das wiederum macht das Lebensgefühl in Hamburg einzigartig.

 

Genauso einzigartig für deutsche Städte ist die Natur, die du auf Hamburger Stadtgebiet erleben kannst. Tideauenwälder, Dünen, Strände und Gezeiten liefern Naherholung der schönsten Sorte – und das nur wenige Minuten vom ranzigen Kiez oder dem schicken Eppendorf entfernt.

 

Gerade der Kontrast dieser nordischen Natur mit den sowohl feinen als auch angeranzten oder düsteren Stadtvierteln macht für mich den besonderen Reiz der Stadt aus. Hamburgs Vielfältigkeit ist beeindruckend.

 

Diese Vielfältigkeit zeigt sich jedoch vor allem dann, wenn du über den Tellerrand blickst und dir das Hamburg abseits der Touristenmassen anschaust. Damit du dich davon selber überzeugen kannst, stelle ich dir im Folgenden detailliert die 8 für mich spannendsten und/oder schönsten Hamburg Insider Tipps abseits der Touristenmassen vor.

 

Daran anschließend nenne ich dir 14 weitere Hamburg Insider Tipps, die du bei deiner Reise in die Hansestadt ebenfalls auf dem Schirm haben solltest. Den Standort aller genannten Orte habe ich dir zudem auf einer Karte unterhalb des Artikels markiert.

 

 

Die 8 (für mich) spannendsten Hamburg Insider Tipps

 

1. Falkensteiner Ufer & Treppenviertel Blankenese

 

Unter den Hamburg Insider Tipps ist das Falkensteiner Ufer mein persönlicher Favorit.

Der schöne Strand am Falkensteiner Ufer mit dem Wrack der Polstjernan

 

 

Im Westen Hamburgs findest du mit dem Falkensteiner Ufer nicht nur einen ausgesprochen schönen und weitläufigen Sandstrand, der wesentlich idyllischer ist als der zentrumsnähere und überlaufene Elbstrand.

 

Faszinierend wird das Falkensteiner Ufer vor allem durch die zwei Schiffswracks, die sich dort seit einigen Jahrzehnten dem Hamburger Schmuddelwetter ausgesetzt sehen. Eines steht fest: Hätte ich diesen Ort als Kind kennengelernt, dann wäre ich vermutlich monatelang aus dem Häuschen gewesen.

 

Das Binnenschiff „Uwe“ – leicht zu identifizieren an der offensichtlich zu neuen Aufschrift – sank hier im Dezember 1975 bei Nebel, der die Sicht auf 50 Meter einschränkte.

 

Auf dem Radar des deutschen Frachters „Wiedau“ tauchte erst viel zu spät das Signal eines polnischen Frachters auf. Durch den folgenden Zusammenprall der beiden Schiffe änderte sich der Kurs der Wiedau und zwar so, dass die Wiedau mit dem Binnenschiff Uwe kollidierte und dieses in zwei Teile schnitt.

 

Unter meinen Hamburg Insider Tipps ragt das Wrack der Uwe im wahrsten Sinne hervor.

Erinnert das Wrack der Uwe nicht sogar ein bisschen an die untergehende Titanic?

 

 

Der nur wenige Meter von der Uwe entfernte hölzerne Rumpf des motorisierten finnischen Seglers Polstjernan schmückt das Falkensteiner Ufer seit seinem Untergang im Jahre 1926. Gleichzeitig fungiert das Wrack als Wellenbrecher.

 

Untergegangen ist die Polstjernan jedoch nicht in der unmittelbaren Nähe des Falkensteiner Ufers. Im Nord-Ostsee-Kanal setzte der Motor die Holzladung in Brand. Das brennende Schiff wurde zunächst von einem Schlepper vor Grimmershörn auf Sand gesetzt.

 

Eine Versicherung erteilte kurze Zeit später den Auftrag, das Schiff zu bergen. Bei dieser Bergungsaktion landete das Schiff am Falkensteiner Ufer. Dabei zeigte sich, dass die Polstjernan nicht mehr zu retten war.

 

Meine Hamburg Geheimtipps wären unvollständig ohne einen Hinweis auf das Wrack der Polstjernan am Falkensteiner Ufer.

Das bald 100 Jahre alte Wrack der Polstjernan

 

 

Da du bei Niedrigwasser logischerweise am meisten von den Wracks zu sehen bekommst, solltest du die Gezeiten hier checken.

 

Ein weiteres Highlight am Falkensteiner Ufer ist der unweit der beiden Wracks gelegene und im 19. Jahrhundert für einen wohlhabenden Kaufmann angelegte Römische Garten.

 

Vom Ufer aus führen dich 128 Treppenstufen in einen terrassenförmig angelegten Garten, der sich etwa 30 Meter über der Elbe befindet. Nicht nur ist dieser Garten für sich genommen ein wunderschöner Ort. Du genießt von hier zudem einen tollen Ausblick über die Elbe.

 

Da du schon in der Ecke bist: Steuere unbedingt das Treppenviertel in Blankenese an. Am besten machst du vom Falkensteiner Ufer einen Strandspaziergang gen „Downtown“ Blankenese mit seinen malerischen Gassen. Ein weiterer Hamburg Insider Tipp: Einen besonders guten Ausblick über Blankenese hast du vom Steilen Weg.

 

Nicht mehr ganz einer der Hamburg Insider Tipps ist das Treppenviertel in Blankenese.

Eine von unzähligen Treppen im Blankeneser Treppenviertel

 

 

Strand, Gezeiten, Nebel, alte Wracks, ein Römischer Garten und das nahegelegene Treppenviertel… All diese Besonderheiten machen das Falkensteiner Ufer zu meinem persönlichen Favoriten unter den Hamburg Insider Tipps.

 

 

Anfahrt: Mit der S1 oder S11 fährst du am besten zunächst bis zum S-Bahnhof Blankenese. Von dort kann es mit dem Bus 48 weitergehen, der von der Bushaltestelle vor dem S-Bahnhof aus durch Blankenese fährt. Den Wracks am nächsten liegt die Haltestelle „Falkentaler Weg“.

 

Eine Alternative kann der Bus 286 sein. Mit diesem fährst du in wenigen Minuten bis zur Haltestelle „Falkenstein“, von wo aus eine asphaltierte Straße durch einen Wald hinunter ans Falkensteiner Ufer führt.

 

GPS-Koordinaten des Wracks der Uwe: 53°33’33.03″N, 9°47’18.23″E

 

 

2. Tankweg (bzw. Waltershofer Damm)

 

Unter meinen Hamburg Insider Tipps ist der Ausblick vom Tankweg auf den Hamburger Hafen einer der besten.

Ausblick vom Tankweg über die Containerterminals Burchard- und Eurokai bis zur Köhlbrandbrücke

 

 

Bei meinen früheren Trips nach Hamburg erschien mir der Hafen mit seinen unzähligen Kränen zwar immer als optisch spektakulär, jedoch nahezu unzugänglich und zu weit entfernt. Eine Hafenrundfahrt führt dich näher heran an das geschäftige Treiben im Hafen, dies jedoch auch nur für wenige Minuten.

 

Der Tankweg bzw. die parallel zu ihm verlaufende Pappelallee (Bubendeyweg) schafft hier ein wenig Abhilfe. Am östlichen Ende dieses nahezu unbebauten Gebietes im Hamburger Hafen erwartet dich ein sensationeller Ausblick auf die Containerterminals Buchardkai und Eurokai sowie auf eines der Hamburger Wahrzeichen – die Köhlbrandbrücke.

 

Ein weiterer Pluspunkt dieser besonders spannenden Stelle im Hamburger Hafen: Hierhin verirren sich scheinbar nur sehr wenige Hamburger und folglich noch weniger Touristen. An einem besonders warmen Donnerstag im April 2018 befand sich hier für einige Zeit sogar nur eine Person: meine Wenigkeit.

 

Wenn du Glück hast, kannst du hier einbiegende Containerschiffe aus nächster Nähe beobachten, die zum Be- und Entladen die beiden Containerterminals ansteuern. Aber auch ohne abbiegende Ozeanriesen ist das östliche Ende des Tankweges einer der Hamburg Insider Tipps, der sehr weit oben auf deiner Liste stehen sollte.

 

Das gesamte Ufergebiet rund um den 38 Meter hohen Leuchtturm „Oberfeuer Bubendey-Ufer“ und ehemaligen Petroleumhafen dürfte jeden Fotografie-, Picknick-, Hafen-, Industrieromantik- oder Sonstwas-Fan begeistern.

 

Von meinen Hamburg Insidertipps solltest du den Tankweg ganz oben auf deine Liste schreiben.

Sicherlich nicht gerade einer der schlechtesten Orte für ein Picknick in Hamburg

 

 

Leider neigt sich diese Industrieidylle jedoch scheinbar dem Ende zu. Der benachbarte Eurogate Terminal soll erweitert werden. Und dafür muss am Bubendey-Ufer Platz geschaffen werden. Dann heißt es: „Tschüs, Pappelallee und tschüs, Ausblicks- und Picknickparadies.“

 

Informiere dich also am besten vor deiner Reise nach Hamburg über den Stand der (umstrittenen) Westerweiterung des Eurogate Terminals.

 

Solltest du nicht mehr das Glück haben, den Tankweg erkunden zu können, dann empfehle ich dir den Waltershofer Damm als Alternative. Dieser befindet sich direkt auf der gegenüberliegenden Seite der Containerterminals und kann mit der Fähre 61 oder dem Bus 151 erreicht werden.

 

 

Anfahrt zum Tankweg: Nimm die bei Touristen beliebteste HVV-Fähre mit der Nr. 62 und verlasse diese am Anleger „Bubendey-Ufer“. Nach anschließenden 15 Minuten Fußweg entlang der grauen Flutschutzmauer stößt du am östlichen Ende des Weges auf eine Metalltreppe, auf der sich wiederum eine Tür befindet.

 

Diese sollte im Regelfall geöffnet sein. Bei meinem Besuch war sie es. Solltest du dieses Glück nicht haben, dann kannst du einfach über eine der Leitern an der Flutschutzmauer klettern und gelangst ebenfalls ans Ziel.

 

 

3. Ohlsdorfer Friedhof

 

Unter meinen Hamburg Insider Tipps ist der Friedhof Ohlsdorf mein liebster Park.

Schaurig-schöne Grabmahle und viele Sitzmöglichkeiten bietet der riesige Ohlsdorfer Friedhof

 

 

Mit einer Fläche von 389 Hektar ist der Ohlsdorfer Friedhof der gigantischste Parkfriedhof der Welt und gleichzeitig Hamburgs größte Grünanlage.

 

Zwischen wunderschön angelegten Wegen, Teichen und Bächen kannst du hier faszinierende Grabmale reicher Hamburger Kaufleute sowie Gräber von Prominenten wie Helmut und Loki Schmidt, James Last, Roger Cicero, Helmut Karasek, Roger Schmidt oder Inge Meysel erkunden. Eine weitere schaurig-schöne Anlaufstelle ist sicherlich das Riedemann-Mausoleum aus dem Jahre 1905.

 

Erkunden musst du das riesige Areal noch nicht einmal komplett zu Fuß. Neben den autofreundlichen 17 Kilometern Straßennetz stehen dir gleich zwei Buslinien (die 170 und die 270) zur Erkundung des Ohlsdorfer Friedhofs zur Verfügung.

 

Sowohl weitere Infos als auch einen Link zur App „Friedhof Ohlsdorf“, die dir das Aufspüren der Promigräber erleichtert, findest du unter diesem Link.

 

 

Öffnungszeiten: April bis Oktober von 6 bis 21 Uhr, November bis März von 6 bis 18 Uhr, für Autos werden die Tore erst um 9 Uhr geöffnet

 

Anfahrt: Die U1 oder die S1 bzw. S11 bringen dich zur Station „Ohlsdorf“, von wo aus dich nur wenige Meter vom westlichen Eingang zum Ohlsdorfer Friedhof trennen.

 

 

4. Peterstraße

 

Unter den Hamburg Insider Tipps dürfte die Peterstraße besonders für diejenigen interessant sein, die sich das alte Hamburg vorstellen wollen.

Die schönen – wenn auch nicht immer ganz authentischen – Häuserfassaden an der Peterstraße

 

 

Die Peterstraße liefert eine kleine Kuriosität. Die sie schmückenden Kaufmanns- und Bürgerhäuser wecken den Eindruck, man befände sich inmitten authentischer und uralter Bebauung aus dem 18. Jahrhundert.

 

So weit reicht das Baujahr der hier stehenden Häuserfassaden jedoch nicht zurück. Tatsächlich wurde der Großteil der an der Peterstraße zu bewundernden Häuser erst in den 1960er Jahren nach historischem Vorbild und mit alter Bausubstanz erbaut.

 

Das Problem aus historischer Sicht: Die Peterstraße wurde bis ins 18. Jahrhundert hinein von ärmeren Juden bewohnt. Und diese logierten eher nicht in derart großbürgerlichen Stadthäusern. Die barocken Häuserfassaden der Peterstraße fand man früher eher an den Bürgerhäusern an den Fleeten.

 

Aber vergessen wir einmal die historischen Fakten… Die Peterstraße ist sehenswert und zeigt uns ein Hamburg, von dem nach zwei Weltkriegen leider nicht mehr viel übrig geblieben ist.

 

Falls du dich für klassische Musik interessierst, dann kannst du in der Peterstraße zudem für 5 Euro das Johannes-Brahms-Museum besuchen. Dieses befindet sich sogar in einem authentischen Hamburgischen Kaufmannshaus, das tatsächlich aus dem Jahre 1751 stammt. Angesiedelt hat man das Museum hier, da sich das 1943 zerstörte Geburtshaus von Brahms in unmittelbarer Nähe befand.

 

 

Anfahrt: U3 bis zur Haltestelle „St. Pauli“

 

 

5. Altonaer Balkon mit Blick auf die Köhlbrandbrücke

 

Unter den Hamburg Insider Tipps stelle ich dir den Altonaer Balkon als Alternative zum Stintfang vor.

Blick über den Altonaer Balkon bis zur scheinbar über dem Hafen schwebenden Köhlbrandbrücke

 

 

Im Sommer scheint mir der Altonaer Balkon recht beliebt zu sein, sodass ich etwas länger darüber nachdenken musste, ihn zu meinen Hamburg Insider Tipps zu zählen.

 

Dennoch bleiben die meisten Touristen an der Aussichtsplattform Stintfang bei den Landungsbrücken oder auf dem nahegelegenen Dockland-Gebäude kleben, sodass der nach dem 2. Weltkrieg angelegte Park mit seiner tollen Aussicht für viele Touristen eher unbekanntes Terrain bleibt.

 

Neben der geringeren Anzahl an Touristen hat der 27 Meter über der Elbe thronende Altonaer Balkon gegenüber dem Stintfang den einfachen Vorteil, ein Park mit Grünflächen zu sein. Hinzu kommt der einzigartige Ausblick auf die Köhlbrandbrücke, die bekanntlich eines der Hamburger Wahrzeichen ist.

 

Schnapp dir also am besten ein Holsten (und für meinen Geschmack auf keinen Fall ein Astra) und lass dich auf dem Altonaer Balkon mit einer der besten Aussichten Hamburgs nieder.

 

 

Anfahrt: HVV-Fähren 61 oder 62 bis zum Anleger „Dockland (Fischereihafen)“ oder die S1/S2/S3 oder S11/S21/S31 bis zum Bahnhof Altona und jeweils anschließende 10 Minuten Fußweg

 

 

6. Marienstraße 54 in Harburg

 

Unter meinen Hamburg Insider Tipps ist der Hinweis auf die Marienstraße 54 sicherlich der unheimlichste.

Wie könnte man erahnen, was sich in der Harburger Marienstraße 54 (erstes komplett abgebildetes Haus links) abgespielt hat?

 

 

Der Hamburger Bezirk Harburg beherbergt mit 164.000 Einwohnern so viele Menschen wie meine Heimatstadt Osnabrück. Drei von diesen Einwohnern Harburgs hießen bis ins Jahr 2001 Mohammed Atta, Said Bahaji und Ramzi Binalshibh.

 

Der erstgenannte steuerte am 11. September 2001 das erste Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers. Zweiterer kümmerte sich mutmaßlich um organisatorische Dinge der Hamburger Terrorzelle wie falsche Pässe und dergleichen. Binalshibh wiederum gilt neben Atta als einer der Köpfe hinter den Terroranschlägen vom 11. September.

 

Und genau diese drei Männer wohnten gemeinsam in der Harburger Marienstraße 54. Beim gemeinsamen Wohnen in der Studenten-WG blieb es jedoch nicht. Die Wohnung im ersten Stock (links) gilt als der zentrale Ort, an dem die Attentäter den terroristischen Massenmord an mindestens 3.000 Menschen planten.

 

Gleich an der Kreuzung der Marienstraße mit der Wilhelmstraße wohnte zudem der Todespilot, der das zweite Flugzeug in den Südturm des World Trade Centers lenkte.

 

Du musst für dich selber entscheiden, ob es für dich interessant genug ist, ein nahezu erschreckend normales Mehrfamilienhaus aus der Nachkriegszeit im Süden Hamburgs anzusteuern, das nur durch das Wissen um seine Geschichte sehenswert ist.

 

Vor allem amerikanische Touristen scheinen diesen unscheinbaren Ort für faszinierend genug zu halten und widmen einen kleinen Teil ihrer begrenzten Zeit in Hamburg der Marienstraße.

 

Hamburg-Harburg für sich genommen ist jedoch weit davon entfernt, eine der schönsten und sehenswertesten Ecken Hamburgs zu sein. Ein Erlebnis ist die Fahrt in die Marienstraße dennoch. Es ist schlichtweg unfassbar, was in der Marienstraße 54 für grausame Pläne geschmiedet wurden, während sich drumherum das stinknormale Leben abspielte.

 

 

Tipp: Im Thriller „A Most Wanted Man*“ (mit Philip Seymour Hoffman als deutschem Spion) siehst du nicht nur viel von einem besonders düsteren Hamburg. Gleichzeitig wird das Ausspionieren der islamischen Gemeinde Hamburgs thematisiert.

 

Anfahrt: S3 oder S31 bis S-Bahnhof Harburg-Rathaus und anschließende zehn Minuten Fußweg

 

 

7. Boberger Dünen

 

Wie entfernen wir uns jetzt wieder vom 11. September? Versuchen wir es so: Obwohl sowohl Nord- als auch Ostsee fast 100 Kilometer von Hamburg entfernt sind, muss ich in Hamburg ständig ans Meer denken. Schuld sind Fischbrötchen, tausende Schiffe, Leuchttürme, viel Wasser, der norddeutsche Dialekt, Strände und noch manches mehr…

 

… Dünen zum Beispiel. Zwar ist von der ehemals relativ großen Dünenlandschaft auf Hamburger Territorium wegen der dichten Bebauung des Stadtgebietes nicht mehr viel übrig. Dennoch konnte sich im Naturschutzgebiet Boberger Niederung eine waschechte Wanderdüne behaupten, da man sich 1927 nicht über den Wert des auf ihr befindlichen Sandes einigen konnte.

 

Von der Dünenlandschaft, die sich ursprünglich aus dem Gebiet östlich des Hauptbahnhofes bis nach Bergedorf erstreckte, kannst du also zumindest in der Boberger Niederung noch immer einen kleinen Teil für Spaziergänge nutzen, die Nordsee-Gefühle aufkommen lassen.

 

 

Anfahrt: S21 bis zur Station „Mittlerer Landweg“ und Weiterfahrt mit dem Bus 221 bis zur Haltestelle „Billwerder Billdeich“; alternativ mit der U2 oder U4 bis zur Station „Mümmelmannsberg“ und von dort aus den Rest zu Fuß oder mit dem Bus 12

 

 

8. Bunthäuser Spitze

 

Von meinen Hamburg Geheimtipps bietet dir die Bunthäuser Spitze die vermutlich schönste Natur.

Ein schöner Weg führt dich zum Leuchtfeuer Bunthäuser Spitze

 

 

An der Bunthäuser Spitze im Südosten Hamburgs teilen sich die Ströme der Ober- und Unterelbe. Und am südlichen Ende dieser Spitze steht mit dem Leuchtfeuer Bunthäuser Spitze der kleinste Leuchtturm Hamburgs.

 

In Betrieb genommen wurde der Holzturm auf der Bunthäuser Spitze – wie auch vier einfachere Gittertürme in der Umgebung – im Jahre 1914. Nur durch sie konnte das sichere Navigieren auf der damals immer stärker befahrenen Elbe im Dunkeln gewährleistet werden.

 

Technisch überholt waren die fünf Türme schließlich 1977. Folglich wurden sie nicht mehr benötigt. Die vier Gittertürme wurden abgebaut. Lediglich der Holzturm des Leuchtfeuers Bunthäuser Spitze blieb erhalten.

 

Ich werde wohl kaum betonen müssen, dass das Erhaltenbleiben des malerischen Leuchtfeuers ein großer Glücksfall ist. Nicht umsonst steht das 6,70 Meter hohe Leuchtfeuer Bunthäuser Spitze seit 2005 unter Denkmalschutz.

 

Aber nicht nur der grün-weiß-rote Leuchtturm ist hier ein Hingucker. Der Leuchtturm befindet sich im Heuckenlock, welches das artenreichste Naturschutzgebiet Hamburgs ist. Dieses kann mit seinen Prielen und dem Watt auf einem etwa zwei Kilometer langen Wanderweg erkundet werden.

 

Das war es aber noch immer nicht mit den Highlights: Im Heuckenlock befindet sich einer der letzten Tideauenwälder Europas. Auenwälder befinden sich in der Nähe von Gewässern und werden von diesen regelmäßig geflutet. In der Folge sind sie besonders artenreich. Tideauenwälder wiederum werden in Abhängigkeit von den Gezeiten geflutet, was offenkundig ein noch viel selteneres Phänomen ist.

 

Tideauenwald hin, Leuchtfeuer Bunthäuser Spitze her… Diese abgeschiedene Naturidylle liefert einen grandiosen Kontrast zum Trubel rund um den Hamburger Hauptbahnhof, wenn du mich fragst. Und wenn das keine Nennung unter den besten Hamburg Insider Tipps verdient hat, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

 

 

Anfahrt: Mit der S3 oder S31 fährst du bis „Wilhelmsburg“ und von dort aus direkt weiter mit dem Bus 351 bis zur Haltestelle „Freiluftschule Moorwerder“ (etwa fünfzehn Minuten Fahrtzeit). Vom kleinsten Leuchtturm Hamburgs trennen dich dann noch etwa zehn bis fünfzehn Minuten Fußweg.

 

 

Weitere spannende Hamburg Insider Tipps

 

Du hast die von mir im Detail beschriebenen Hamburg Insider Tipps bereits abgegrast oder suchst nach weiteren Geheimtipps oder interessanten Orten, die dich abseits der Touristenmassen führen? Dann geht es hier weiter im Programm:

 

 

9. Nutze die HVV-Fähren für eine Hafenrundfahrt

 

Vielleicht nicht mehr ganz ein Hamburg Insider Tipp sind die günstigen Hafenrundfahrten mit den öffentlichen HVV-Fähren.

Mit einen bisschen Glück führt dich die HVV-Fähre 62 für wenig Geld vorbei an gigantischen Kreuzfahrtschiffen

 

 

Zu den meisten Touristen dürfte dieser der Hamburg Geheimtipps vermutlich schon durchgedrungen sein. Dennoch sei es auch hier erwähnt: Mit einem normalen Ticket für den öffentlichen Hamburger Nahverkehr kannst du die HVV-Fähren im Hafen nutzen.

 

Schon für Hin- und Rückfahrt lohnt sich der Kauf des 9-Uhr-Tagestickets für 6,40 €. Ab zwei Personen rechnet sich auch sofort die 9-Uhr-Gruppenkarte für 12 €.

 

Für Touristen ist die Fähre 62 die vermeintlich beste Wahl als Alternative zur klassischen Hafenrundfahrt. Sie führt von den Landungsbrücken zum Fischmarkt, Docklands, Museumshafen Övelgönne und zum Elbstrand.

 

Von den Landungsbrücken zur Elbphilharmonie befördert dich wiederum die Fähre 72. Mehr Infos findest du unter diesem Link.

 

 

10. Nutze den HVV-Bus 111 für eine Stadtrundfahrt

 

Ebenfalls mit einem stinknormalen HVV-Ticket lassen sich zahlreiche Hamburg Sehenswürdigkeiten mit dem Bus erkunden.

 

Von der Hafen City fährt dich der Bus 111 im Zwanzigminutentakt bis zum Platz der Republik in Altona und passiert dabei Sehenswürdigkeiten wie die Speicherstadt, die Elphie, den Michel, die Landungsbrücken, die Reeperbahn und den Fischmarkt. Mehr zur genauen Route erfährst du hier.

 

 

11. Erkunde Hamburgs Street Art

 

Hamburg Insider Tipps wären unvollständig ohne einen Hinweis auf die in der Stadt vorhandene Street Art.

Das einzige Banksy-Werk, das in Hamburg überlebt hat

 

 

Wenn du dich für Street Art interessierst, dann sollte dir der Name Banksy ein Begriff sein. In der Steinwegpassage nahe dem Großneumarkt findest du das einzige in Hamburg erhaltene Banksy-Werk.

 

Über weitere interessante Ecken Hamburgs für Street Art-Begeisterte informierst du dich am besten hier.

 

 

12. Begib dich unter die Planespotter

 

Hamburg kann sich glücklich schätzen, einen Flughafen sein Eigen zu nennen, der weniger als eine halbe Stunde vom Hauptbahnhof entfernt liegt. Entsprechend gibt es so einige Orte in Hamburg, die für Flugzeug-Liebhaber von Interesse sein dürften.

 

So kannst du am Krohnstiegtunnel, vom Viewpoint Holtkoppel, vom Vogt-Cordes-Damm, vom Wanderweg Zeppelinstraße und vom Weg Beim Jäger startende und landende Flugzeuge beobachten. Insbesondere bei letzteren beiden solltest du jedoch vorher bei Flightradar24 prüfen, ob die Runways 23 bzw. 33 in Benutzung sind.

 

 

13. Sonne dich – umgeben von Palmen – im Park Fiction

 

Der Park Fiction wird dir beweisen, dass sich Palmen auch im Hamburger Schmuddelwetter halten können.

 

 

14. Entspanne dich im Jenischpark

 

Für manch einen Hamburger ist der Jenischpark der schönste Park im mit schönen Parks gesegneten Hamburg. Touristen scheinen das noch nicht unbedingt gemerkt zu haben.

 

 

15. Verpasse nicht das U-Boot U-434

 

Zwar kein Hamburg Geheimtipp, aber unbedingt empfehlenswert ist das U-Boot U-434.

Ein Hingucker im Hamburger Hafen ist das U-Boot U-434

 

 

Insbesondere bei richtig miesem Regenwetter liefert das nahe dem Fischmarkt liegende russische U-434 U-Boot einen düsteren Anblick. Im Vordergrund eines der größten, nicht-atombetriebenen U-Boote der Welt, im Hintergrund die Hamburger Skyline… Ein solcher Ort darf unter den Hamburg Insider Tipps nicht ungenannt bleiben.

 

 

16. Betrachte den Hafen aus ungewohnter Perspektive

 

Längst nicht jedem Touristen dürfte klar sein, dass sich auf der südlichen Seite des Alten Elbtunnels mit dem Bornsteinplatz ein Aussichtspunkt befindet, von dem man den Hamburger Hafen aus einem ungewohnten Winkel betrachten kann.

 

 

17. Steuere so viele weitere Aussichtspunkte wie möglich an

 

Es gibt viele gute Aussichtspunkte in Hamburg, die du auf deinem Zettel stehen haben solltest: Planetarium im Stadtpark, Dockland, Waltershofer Damm, Tankweg, Poggenmühlenbrücke, Energiebunker Wilhelmsburg, Plaza Elphi, St. Petri Kirche, Altonaer Balkon, Skyline Bar 20up, Lombardsbrücke, Römischer Garten am Falkensteiner Ufer, Steiler Weg in Blankenese, Müllberg Hummelsbüttel…

 

 

18. Spaziere entlang des Hummel-Bummel-Pfads durchs Gängeviertel

 

Das Gängeviertel kannst du am besten kennenlernen, indem du dich am Hummel-Bummel-Pfad orientierst. Startpunkt ist der Dragonerstall an der schönen Laeiszhalle. Dort musst du nur den roten Wasserträger ausfindig machen, ehe es losgehen kann.

 

 

19. Fotografiere die Speicherstadt von der Poggenmühlenbrücke

 

Unter meinen Hamburg Tipps ist der Hinweis auf den Ausblick von der Poggenmühlenbrücke auf die Speicherstadt ein besonders wichtiger.

Blick von der Poggenmühlenbrücke auf die Speicherstadt mit dem Märchenschlösschen in der Mitte

 

 

Die Poggenmühlenbrücke am östlichen Ende der Speicherstadt ist mittlerweile vielen Touristen bekannt. Lass also auch dir nicht den schönen Ausblick auf die Speicherstadt mit dem Märchenschlösschen im Vordergrund entgehen.

 

 

20. Beschränke dich beim Ausgehen nicht auf den Kiez

 

Eine Kneipentour auf dem Kiez gehört zu einem Trip nach Hamburg dazu wie der Fisch zu einem Fischbrötchen.

 

Dennoch solltest du in dieser Hinsicht das Schanzenviertel rund um die Straße mit dem schönen Namen Schulterblatt nicht außer Acht lassen.

 

 

21. Begrüße Schiffe an der Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft

 

Schon nicht mehr ganz auf Hamburger Terrain befindet sich die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft. Das schleswig-holsteinische Wedel ist jedoch mit der S1 gut an Hamburg angebunden und damit leicht zu erreichen.

 

Mach dich am besten über die Einfahrtzeit eines Ozeanriesen schlau, um diesem an der Schiffsbegrüßungsanlage einen würdigen Empfang zu bieten.

 

 

22. Besuche eine Veranstaltung in Hamburgs einziger Burg

 

Zwar dürfte der Name Hamburg auf die Existenz einer Burg zurückzuführen sein. Dennoch gibt es auf Hamburger Stadtgebiet heute nur noch eine „Burg“. Und diese dürfte sogar vielen eingefleischten Hamburgern noch nicht einmal ein Begriff sein.

 

In Poppenbüttel befindet sich die Burg Henneberg bzw. das sog. Alterschlösschen. Bei diesem handelt es sich um einen 1887 fertiggestellten Nachbau der thüringischen Burg Henneberg im Maßstab 1:4.

 

Der Eintritt für die dort regelmäßig stattfindenden Kulturveranstaltungen ist kostenlos. Spenden sind jedoch erwünscht. Ebenso ist eine Anmeldung erforderlich. Hier findest du mehr Informationen.

 

 

Anfahrt: S1 oder S11 bis zur Station „Poppenbüttel“ und danach etwa 15 Minuten Fußweg

 

 

Einige abschließende Hamburg Tipps

 

Für weitere Hamburg Insider Tipps, die dich die vielfältige Hansestadt noch besser kennenlernen lassen, empfehle ich dir unbedingt das Buch „111 Orte in Hamburg, die man gesehen haben muss*“. Für diese Zwecke mindestens ebenso gut geeignet dürften zudem „Hamburg – Lieblingsorte*“ und „Glücksorte in Hamburg*“ sein. Wenn du jedoch eher einen klassischen Reiseführer für Hamburg suchst, dann kann ich dir dieses Exemplar von CityTrip* empfehlen.

 

Ebenfalls eine gute und besonders unterhaltsame Möglichkeit, Hamburg noch besser kennenzulernen, ist die Teilnahme an einer Kiez-Tour. Wärmstens empfehlen kann ich dir dafür diese zweistündige Sex & Crime-Tour*, auf der Kiez-Schmuddel stilsicher vermittelt wird. Für Musikliebhaber dürfte zudem diese Beatles-Tour* fast schon ein Muss sein. Einige weitere Ideen für alternative Touren in Hamburg:

 

 

 

 

Darüber hinaus als Tipp mit auf den Weg ins teure Hamburg gebe ich dir dieses 25-Euro-Guthaben-Geschenk* für deine erste Buchung bei Airbnb.

 

Solltest du bei Airbnb nichts Passendes für dich finden, dann empfehle ich dir die Unterkunftssuche mit Booking.com*. Eine meiner bisher coolsten Unterkünfte überhaupt war das zentral auf der Reeperbahn gelegene „Chez-Ronny“. Schau dir diese ganz besondere Unterkunft unter diesem Link* am besten selber an. Wenn du bei der Unterkunft Geld sparen möchtest, aber dennoch zentral und Kiez-würdig unterkommen möchtest, dann empfehle ich dir zudem das „Hostel Kiezbude*„.

 

Apropos Geld sparen: Falls du per Bahn nach Hamburg reist, dann nutze unbedingt diesen Sparpreisfinder auf Bahn.de*. Eine Sitzplatzreservierung kannst du dir übrigens zudem im Regelfall sparen, wenn du Hamburg über die Bahnhöfe Altona oder Dammtor verlässt. So kannst du dir vor den Massen, die am Hauptbahnhof in den Zug stürmen, in Ruhe einen Sitzplatz sichern.

 

 

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Hamburg ist großartig! Besonders deutlich wird dies, wenn du die Stadt abseits der üblichen Touristenpfade erkundest. Und damit du dabei die richtigen Orte ansteuerst, beschreibe ich dir hier die 22 genialsten Hamburg Insider Tipps.

Die 22 besten Hamburg Insider Tipps

 

 

Hier folgt abschließend der Link zu einer Karte bei Google Maps, auf der ich dir alle markierbaren der vorgestellten Hamburg Insider Tipps eingezeichnet habe. Grün hervorgehoben sind meine Favoriten.

Hinweis: Alle mit einem Sternchen (*) versehenen Links in diesem Artikel sind Affiliate- bzw. Provisions-Links. Wenn du einem solchen Link folgst und etwas kaufst, erhalte ich dafür eine kleine Provision und damit einen Lohn für die viele Arbeit, die in einem Artikel wie diesem steckt. Das jeweils verlinkte Produkt wird für dich dadurch um keinen Cent teurer. Selbstverständlich empfehle ich dir nur Produkte, von denen ich überzeugt bin. Danke für deine Unterstützung!
8 Kommentare
  • Anonymous
    Antworten

    Schöner Artikel. Sogar mit vielen Anregungen für Einheimische. Nur Wedel (Willkomm-Höft) liegt in Śchleswig-Holstein. LG Michael

    26. Mai 2018 at 15:34
  • Pascal
    Antworten

    Also der Bus 609 ist ein Nachtbus. Tagsüber würde ich den 12er nehmen.

    Ansonsten vielen Dank für diesen Artikel.

    29. Juli 2018 at 23:26
  • Hei. Ich war schon einige Male in Hamburg. Dein Text hat mir aber viele neue Informationen geliefert. Vielen Dank.

    23. September 2018 at 21:52
  • Daniel
    Antworten

    Hallo Urban
    Kannst du mir sagen, wo ich in der Schweiz das Buch „Hamburg. Die 22 besten Insider-Tipps“ kriegen kann? Auch die anderen Bücher von Dir?

    Lieber Gruss

    27. September 2018 at 16:21

Über Kommentare freue ich mich!